Summer, Vivien – SoulSystems 1.0: Finde, was du liebst [Rezension]

Besser spät als nie. Obwohl SoulSystems 1.0 schon vor über einem halben Jahr veröffentlicht wurde, will ich euch diese absolute Leseempfehlung (bei der bereits vor kurzem der vierte Band erschienen ist) nicht vorenthalten.

Übersicht

Titel: SoulSystems 1.0: Finde, was du liebst
Reihe: Ja. Band 1 von 5.
Autorin: Vivien Summer
Verlag: Carlsen Impress
Preis: 3,99€
Format: eBook

Mehr Informationen gibt es hier.

**Eine perfekte Welt braucht perfekte Rebellen…**
Ella lebt schon von Geburt an in einer der Gründerkolonien auf dem Mars und kennt die Erde nur von Bildern. Alles, was sie über das einstige Zuhause ihrer Vorfahren weiß, ist, dass es durch große Kriege zerstört wurde und so etwas nie wieder vorkommen wird. Dafür sorgt das Unternehmen SoulSystems Inc., das anhand von Tests jedem Bewohner der Sternkolonien den perfekten Beruf und den perfekten Partner vorschlägt. Ella hat diese Tests gerade hinter sich und, obwohl sie die Tochter des Polizeichefs ist, bereits gegen die Regeln verstoßen. Denn ihr Herz schlägt für jemanden, der ihr nicht zur Auswahl steht – und der eigentlich auch nicht auf dem Mars sein sollte…

Inhalt

Ella führt ein normales, sehr geregeltes Leben in einer Sternenkolonie auf dem Mars. Das Leben der Menschen hier wird vom zwielichtigen Unternehmen SoulSystems Inc. kontrolliert, die mithilfe von Testverfahren die Partner- und Berufswahl für die Bevölkerung übernehmen. Ella hat bereits gegen dieses System rebelliert, denn sie hat sich bereits vor den Tests in einen Jungen verliebt und dementsprechend ihre eigenen Ergebnisse verfälscht, um ihn als Partnervorschlag zu bekommen – eine Partnerschaft, die bereits vor der eigentlichen Auswahl scheitert.
River, ein Rebell durch und durch, dem SoulSystems Inc. auf der Erde alles – vor allem aber seine Freundin Louisa – geraubt hat, wird auf den Mars versetzt, um dort die Rebellion, die auf der Erde bereits im Gange ist, voranzutreiben. Durch Zufall trifft er auf Ella und stellt dabei fest, dass sie seiner verlorenen Freundin wie aus dem Gesicht geschnitten ist, worauf er entgegen jeder Vernunft ihre Nähe sucht…

Meinung

Handlung

Das Negative vorweg: Wieso ist es schon vorbei?
Und jetzt das überwiegend Positive: SoulSystems 1.0 hat mich durch und durch überzeugt. Das fängt schon bei der Handlung an – undurchsichtig mit Wendungen und kaum bekommt man einmal eine Antwort auf eine lang gestellt Frage, kommen gleich drei neue Rätsel hinzu, was den Spannungsbogen über das komplette Buch hinweg aufrechterhält. Die Lovestory war prickelnd, interessant, aber dabei nicht so einnehmend, dass die schön durchdachte Welt und die eigentliche Handlung der Geschichte in den Hintergrund gerückt sind.

Charaktere

Die Charaktere haben mich begeistert. Ella ist eine angenehm eigensinnige Protagonistin, die durchaus fähig ist, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, ohne zu dabei vollkommen einnehmend und nervig zu werden. Ihre Stärke macht es unmöglich sie nicht zu mögen, zumal sie – wie viele andere weibliche Protagonistinnen – nicht gleich zusammenbricht, sobald die Liebesgeschichte stagniert.

Auch von River bin ich positiv überrascht. Habe ich zunächst noch den klassischen, „unnahbaren“ Bad Boy erwartet, so wurde auch hier schnell klar, dass er zwar ein bisschen draufgängerisch, aber ein Bad Boy mit Substanz ist. Sein Verhalten und seine Motive sind verständlich – wobei hier die wechselnde Perspektive wirklich tolle Möglichkeiten eröffnet. Er schafft es düster zu sein, ohne klischéehaft zu wirken, was ihn zu einem interessanten Love Interest macht.

Auch die Nebencharaktere können ausnahmslos überzeugen. Bisher haben wir nur eine Handvoll von ihnen näher kennengelernt, doch alle zeichnen sich durch einen einzigartigen Charakter aus und sind keineswegs nur „Dekoration“ für die Handlung. Gerade Chuck und Hunter haben es mir sehr angetan – und ich hoffe, dass ich in den Folgebänden zu beiden etwas mehr lesen darf.

Einziger Kritikpunkt hier: Manchmal kommen mir die Protagonisten etwas “zu durchdacht” vor, teilweise hätten es weniger Infos sein können, die ich durch Lesen über sie lieber selbst herausgefunden hätte, anstatt dass sie mir gleich erklärt werden. So wurden sowohl Ella als auch River stellenweise etwas zu “steril”.

Stil

Dass Vivien Summer schreiben kann, hat sie ja bereits mit Die Elite bewiesen – auch wenn anzumerken ist, dass sie sich, was Stil betrifft, bei SoulSystems noch etwas gesteigert hat. Die Sprache ist angenehm flüssig, abwechslungsreich und dabei gerade bei den spannenden und romantischen Szenen so bildhaft, dass man als Leser automatisch vom Herzklopfen und Adrenalin angesteckt wird.

Fazit

Alles in allem, kann ich SoulSystems nur jedem ans Herz legen, der Dystopien mit Romantik liebt. Die Story zeichnet sich durch eine packende Lovestory aber auch eine komplexe und gut durchdachte Welt und Haupthandlung aus. Angenehme Charaktere – wenn auch manchmal etwas unnahbar – sowie ein toller Schreibstil machen dieses Buch zu einem Must-Read, bei dem gerade Fans der „Luna Chroniken“ oder von „These Broken Stars“ hier voll auf ihre Kosten kommen werden.

 

Quelle der Zitatebilder: Instagram von Vivien Summer

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