McMoon, Lea – Skye: Götter des Nordens [Abbruchrezension]

Meine erste Abbruchrezension. :( Ich habe mich wirklich um die Geschichte rund um Skye und die nordische Mythologie gefreut, aber ich konnte mit dem Buch leider nicht warm werden.

Übersicht:

Titel: Skye: Götter des Nordens
Reihe: Nein.
Autorin: Lea McMoon
Verlag: Carlsen Impress
Preis: 3,99€
Format: eBook

Hier findet ihr das Buch auf: Carlsen | Amazon | Thalia

**Wenn Legenden Wirklichkeit werden und deine Helden ihr wahres Gesicht zeigen…** 
Mythen, Sagen und Legenden – das ist die Welt von Skye, die lieber für ein Geschichtsreferat recherchiert, als sich auf einem Konzert die Ohren volldröhnen zu lassen. Pech für sie, dass ausgerechnet ihr bester Freund den begehrten Platz als Schlagzeuger in der angesagtesten Indie-Rockband der Stadt ergattert. Notgedrungen trifft Skye nun ständig auf Thorsson, den düsteren Sänger der Band, dem es jedes Mal gelingt, sie aus dem Konzept zu bringen. Erst als Skye in seinen Songtexten Hinweise auf ihre geliebten nordischen Mythen entdeckt, versucht sie hinter seine Fassade aus Coolness und Exzessen zu blicken und kommt ihm und seinem Geheimnis dabei deutlich näher als beabsichtigt…

In Fachkreisen auch genannt: “Big-Oof”

Phew, ihr Lieben. Nun ist es also so weit. Es ist nicht das erste Mal, das ich vor einem Buch kapituliere, aber das erste Mal, dass ich dazu eine Rezension schreiben muss / wollte. Leider wollte ich so gar nicht mit Skye – Götter des Nordens warm werden und das fing schon auf Seite 1 an.

Ich mag diese Prologe nicht, in denen etwas Actionreiches passiert, das dann allerdings für’s erste keinen sichtbaren Bezug zur eigentlichen Handlung der Story hat und erst viel später zur Sprache kommt. Das ist mir leider schon sehr sauer aufgestoßen, aber gut, das ist eben mein Geschmack.

In Kapitel 1 wurde es dann allerdings nicht besser. Ich fand die Protagonistin Skye sehr besserwisserisch, nervtötend und unheimlich flach. Sie interessiert sich für nordische Mythologie – achwas, sie ist förmlich BESESSEN davon. Warum? Weiß man nicht so recht. Es wird angesprochen, dass ihr Vater im Museum arbeitet, aber das rechtfertigt nicht wirklich, dass ich am laufenden Band mit Infos über Thor und Co. bedumped werde.

Wieder begegnet uns eine klassische Schulbitch, die zu unserer Protagonistin meinte, sie soll nicht so rumklugscheißern und ganz ehrlich, ich konnte mich nie so gut mit einer klassischen Zicke identifizieren. Dazu noch der tief in der Friendzone verankerte beste Freund und die überdrehte Mutter, die will, dass ihre Tochter sich schön aufstylt. Oof.

Die Charaktere mal beiseite, ließ auch das Storytelling sehr zu wünschen übrig. ZUFÄLLIG beginnt das Buch mit der Verteilung zu Referatsthemen in nordischer Mythologie (wisst ihr noch, damals in der 11. war das ein sehr wichtiges Thema in Geschichte!) und ZUFÄLLIG findet Skye das natürlich voll geil, weil sie sich ZUFÄLLIG dafür interessiert. Später am Abend wird sie von ihrem Kumpel auf ein Konzert geschleppt, auf der eine Band ZUFÄLLIG Texte über nordische Mythologie singt, und ZUFÄLLIG sind die meisten Bandmitglieder auch noch nach nordischen Göttern benannt (Thorsson, Njördrson … ). Nach dem Konzert treffen Thorsson und Skye wieder ZUFÄLLIG aufeinander und eh – ihr wisst worauf ich hinauswill.

Der Schreibstil konnte es für mich leider auch nicht retten. Der war an sich okay, die Dialoge leider öde.

Ach und eine Anmerkung noch. Ich finde es ein bisschen schade, dass eine Band, deren Musik [Zitat Skye] “laut, hart und nervtötend” ist und deren Lyrics noch dazu von nordischer Mythologie handeln als Indie-Rock-Band bezeichnet wird? Im Fachjargon nennt man sowas doch eher Pagan-Metal, oder nicht?
Ich gehe davon aus, dass dies im Lektorat geändert wurde, um eine breitere Zielgruppe anzusprechen, finde es aber schade, weil sich dadurch wirklich einige Ungereimtheiten ergeben.

Fazit

Ich hatte große Hoffnungen in die Geschichte. Nordische Mythologie und “Indie-Rock” sind normalerweise voll mein Ding, doch die Umsetzung war leider mehr als mangelhaft. Eine flache, ätzende Protagonistin und dazu viel zu viel Gewolltes, haben recht früh dafür gesorgt, das ich das Buch abgebrochen habe.

 

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2 Kommentare

  1. Schade, dass du das Buch nicht mochtest. Ich verstehe deine Kritik aber sehr gut, solche extremen “Zufälle” mag ich auch nicht, das wirkt sehr gewollt. Und nach Indie-Rock klingt “laut und hart” tatsächlich nicht.

  2. Ja, dieser Musikstil wäre definitiv Metal, was ja nichts zufällig eine Musikrichtung ist, die im Norden viel gehört wird (ich erinnere mich da nur an meinen Urlaub in Helsinki ;)). Ich habe in der Schule tatsächlich was zur Mythologie gelernt und ich glaube ein Referat (oder war es nur eine Hausaufgabe?) zu der Legende von Romolus und was weiß ich, die irgendwie Rom gründen und von Wölfen aufgezogen werden, gemacht – na ja, nicht nordisch, aber Mythologiereferate gibt es schon ;) Aber ich verstehe dich da auch. Irgendeine Autorin (ich glaube, es war die Autorin der Divergent Reihe) hat mal gesagt, ihre Protagonistin darf nicht in einem Unfall sein, sondern alles muss zumindest indirekt von ihr selbst ausgelöst werden – das sehe ich auch so, deshalb bin ich auch kein Fan von Zufällen in Büchern.

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